Menschen, die an vielen Dingen interessiert sind, unterschiedlichste Dinge ausprobieren und immer Neues wagen, werden oft von kleinen Fehlern gestoppt, weil sie rasch die Freude eindämmen. Das ist gar nicht gut und vor allem: nicht nötig!

 Mach Fehler, viel und begeistert

Fehler – der Schrecken aller, die nach Perfektion streben.

Fehler – der Sumpf, der Ängste vieler Art erzeugen kann

Fehler – Antrieb oder Quelle für innere Leere?

Fehler – Quelle für Sicherheit und Erfolg?!

 

Bevor ich mein Hohelied auf begeistertes Fehler-machen anstimme…

…stelle dir mal kurz folgende Situationen vor:

Du hast dich gut vorbereitet auf deinen Vortrag. Notizen gemacht, ein paarmal geübt, dir die Zeit gut eingeteilt, das Rundherum gut bedacht, also Kleidung, Make-up etc. und du hast dir mehrmals vorgestellt, wie es ist, auf der Bühne zu stehen.

Sehr gut soweit. Bald kommt der Moment, auf den es ankommt, nur eine kleine Winzigkeit kommt jetzt neu dazu: ein Verantwortlicher der Veranstaltung teilt dir mit, dass das Ganze aufgezeichnet wird und dann online für ein noch breiteres Publikum zugängig ist.

Gut für deine Karriere, deine Bekanntheit – echte Herausforderung für dein Selbstbewusstsein.

Was sich jetzt gerade in deinem Gehirn abspielt, ist wie ein Jahrmarkt – nur noch viel bunter.
Wichtige Vorgänge in deinem Körper werden gesteuert und lassen dich richtig agieren, so wie du es dir vorher ausgedacht hast. Deine Erinnerungen laufen planmässig ab, nun kommt noch echte Nervosität dazu, das war so und in der Intensität nicht am Plan. Deine muskuläre Spannung wird auf deine wichtigsten Bereiche fokussiert, die Augen sind bereit für das viel hellere Licht, Atmung, Blutdruck und jede Menge Hormone werden ausgeschüttet und viele weitere, wichtige Systeme arbeiten jetzt für dich, alles ist bereit für deinen Auftritt.

Du gehst auf die Bühne und es läuft, wie es soll.

Der Feind lauert in kleinen Details

Plötzlich bemerkst du das rote Lämpchen der Kamera und alles wird in der Sekunde anders.

Ein Teil deines Bewusstseins schaltet auf Alarm und schon ist es passiert: der Faden ist gerissen, die schöne Vorbereitung verschwimmt und dir unterlaufen neben einigen sprachlichen Hoppalas ein paar inhaltliche Fehler. Richtige Fehler. Solche, die zeigen, dass du eben doch nicht die souveräne Expertin bist, sondern … Hochrot im Gesicht, stottern, weiche Knie, eingeschränkte Sicht, Selbstbewusstsein auf Kellerniveau – such dir aus, was in dir alles los ist.

Kennst du? Kannst du dir vorstellen?

Riskiere ein weiteres Gedankenspiel: Die eben beschriebene Szene spielte sich vor einiger Zeit ab, jetzt steht der nächste Vortrag an!

  • Was ist in deinem Kopfkino los?
  • Was spielt sich ab?
  • Woran denkst du?
  • Worauf fokussierst du?

Dachte ich doch: alle Fehler und Peinlichkeiten der letzten Rede sind superstark vor deinem inneren Auge. Du spürst sogar, was und wie es sich abgespielt hat, bekommst heute noch einen roten Kopf, wenn du all das wieder erlebst.

Wie sehr erlebst im Gegensatz dazu all deine guten Momente?

Wie geht anders tun?

Das Gute an Situationen wie der oben beschriebenen ist, dass du richtig stark in deinen Emotionen landest. Und das ist perfekt, das brauchst du. Warum?  

Dein Gehirn lernt am besten, wenn du dir traust, viel zu spüren, zu fühlen. Wir Menschen können bei negativen Gefühlen am besten lernen. Weil wir diese viel öfter bewusster wahrnehmen, als positive Gefühle.

Glaubst du mir nicht?

Mach ein Spiel: denke an 10 verschiedene, wirklich unangenehme Situationen in deinem Leben. Stoppe die Zeit, bis du alle 10 Situationen erinnert hast. Nur Andenken reicht schon.

Und jetzt denke an 10 richtig tolle, großartige, wunderbare Situationen in deinem Leben. Stoppe die Zeit, bis du alle 10 Situationen erinnert hast. Auch hier gilt: Andenken reicht schon.

Was hat länger gedauert?

Bei mehr als 80% der Menschen dauert es um vieles länger, die positiven Situationen zu erinnern, die negativen hingegen sind sofort verfügbar, meist intensiver noch als die schönen Seiten des Lebens.

Wenn du Fehler machst, dir was so richtig peinlich ist, du echt auf dein Hinterteil fällst, dann spürst du richtig viel. Wortwörtlich und stark. Selbst noch Jahre später, wenn du dich daran erinnerst, kann dein „System“, also der unbewusste Teil deines Gehirns, innerhalb weniger Sekundenbruchteile einen Schweißausbruch auslösen.

Hab ich recht?

Wenn du erfolgreich sein willst, darfst, ja musst du immer wieder Neues wagen!

Deshalb lade ich dich jetzt ein, deine Fehlersituationen zu erinnern und zu beginnen, sie regelrecht zu suchen. Es ist nicht so sehr die Situation selbst, sondern deine Reaktion darauf, die entscheidend ist.

Wenn du einen Fehler machst, ist ein Fehler passiert.

So ist es, nicht mehr und nicht weniger. Erlebst du jetzt diese Situation wieder und wieder und reagierst jedesmal gleich, dann lernt dein Gehirn, wie böse, ärgerlich, schlecht und frustrierend so etwas ist.

Erlaubst du dir allerdings, die Situationen wieder zu erleben und dabei einige interne Maßnahmen zu ergreifen, bereitest du deinem Gehirn eine nahezu perfekte Lerngrundlage vor.

Wie kannst du aus Fehlern echte Chancen erzeugen?

4 Top-Tipps zu echten Erfolgen:

  1. Erlaube dir bewusst, Fehler zu machen um zu lernen
  2. Durch hinterfragen, neue Perspektiven, zeitlichen Abstand erkennst du Chancen, die deine vermeintliche Schwäche in echte Stärke umwandeln lässt, weil du dich zB neu und anders vorbereiten und einstellen kannst.
  3. Erinnere dich, dass du schon oft Fehler gemacht hast. Jedesmal musstest du wieder aufstehen und jedes Aufstehen erzeugt in deinem Inneren so etwas wie Glaubenssätze und Muster, dass es funktioniert. Dein Gehirn verbindet sich mit der Stärke – in dem Moment, wo zuerst das Scheitern ist, wenn du es richtig verankerst.
  4. Jetzt geht es dem Perfektionismus an den Kragen: genau dort, wo du absolute Spitzenleistung mit Höchstpräzision verlangst, musst du zunächst genau das Gegenteil absolvieren. Der so genannte kreative Fluss braucht Ungenauigkeiten, will ändern, möchte immer wieder (neu) anpassen. Je mehr du dieses Flow-Gefühl schon in der Vorbereitung spürst und damit übst, desto eher gelingt dir das in dem Moment, bei dem es wirklich um viel geht. Je mehr Flow, desto präziser wird es dann wieder. Also: wieder Gefühl üben!
  5. Übe bewusst Fehler machen. Lass dich in der Vorbereitungsphase ablenken, schubsen, durch Geräusche stören – was dir einfällt. Je mehr du Fehler behandelst, desto flexibler wirst du.
  6. Fehlerbehebung durch Reflexion, Bewusstmachung, innere Klarheit trainiert deine mentalen Muskeln auf Vollpower.

Damit du dir immer wieder bewusst machst, ob, wo und wie du gerade gedanklich unterwegs bist, lade ich dich ein, dir eine Gewohnheit von echten High Performern zunutze zu machen. Klicke auf das Bild und erhalte die 6 Fragen, die sich Menschen, die ganz normale Spitzenleistungen erbringen, immer wieder stellen – sie werden im Modus gehalten, egal ob Fehler passieren oder nicht. Have fun!

Fazit: Fehler sind Freunde, die dein Gehirn trainieren und letztendlich zu mehr Stärke, Kreativität und Spaß führen.

Verbindest du all das, ist Erfolg unweigerlich die Folge!

Hast du schon mal so richtig große Fehler gemacht und heute profitierst du daraus? Schreib mir doch im Kommentar deine Erfahrungen damit.

Ich wünsch dir viele tolle Fehler – zu – Erfolg – Erlebnisse!

Bis bald,

Petra

 

Dieser Artikel ist ein Teil der Parade #lebensdurstigeideenhelden von Diana Grabowski (www.ideenhelden.com) und Yasemin Akdemir (www.lebensdurstig.de), die sich einen Monat lang den Themen Vielbegabung, Vielseitigkeit und Scannerpersönlichkeit widmet. Jeden Tag werden dazu spannende Blogartikel, Videos und Podcasts veröffentlicht. Gestern gab es einen Beitrag von Brigitte Nolting und Henning Klocke. Heute teile ich mir die Bühne mit Suraya Baumeister und morgen erscheint ein Beitrag von Gabriele Thies: die 4 Vorteile einer entspannten Ordnung… da findest du einige Dinge, die ich dir auch hier beschrieben habe.

 

 

Ebenso passen folgende Beiträge bestens zu meinem Thema:

Es ist manchmal eine sehr gute Idee, deine vielen Ideen einem einfachen, aber logischen Check zu unterziehen – spart dir manchen Reinfall. Lies hier bei Diana Grabowski: Ideencheck

Danach kannst du Ideen bündeln und gleich mal zusammen tun, was sowieso sinnvoll zusammen gehört. Darüber hat Manuela Aust geschrieben: Ideen bündeln

Und bevor du was Neues startest, visualisiere, was dir wirklich wichtig ist. Kleine Anregung dazu von Kerstin Wemheurer: Visualisieren

Doris Pia Höbinger schreibt dir, wie du die Energie dazu aufbringst, immer wieder neu zu starten: Energieniveau heben

Und wenn mal alles schief läuft, dann lass genau daraus Neues entstehen. Entzückend erzählt von den Taschendamen – unbedingt anhören oder lesen: Die Kluft überbrücken